Thema Nr. 3: Essen

Lebensmittel und ihre Bedeutung

Der übermäßige Konsum von bestimmten Lebensmitteln zeigt immer die Angst vor einer bestimmten Sehnsucht, wie auch die Weigerung, diese Angst zu fühlen. Also steckt hinter dem zwanghaften oder übermäßigen Konsum der unten aufgezählten Lebensmittel die Angst vor einer bestimmten Sehnsucht oder anders gesagt, der Mangel an bestimmten Gefühlen. Diesen Mangel versuche ich über den Konsum von bestimmten Lebensmitteln auszugleichen. Da ich mir diese Lebensmittel über "außen" zuführe, statt sie innerlich zu leben, kompensiere ich dadurch natürlich nur die Angst.

Lebensmittel - Angst vor... (bzw. Mangel an...)

  • Fett - Angst vor der Sehnsucht nach körperlicher Geborgenheit (Mangel an körperlicher Geborgenheit)
  • Scharf - Angst vor der Sehnsucht nach emotionaler Intensität und feurigem Austausch von Gefühlen (Mangel an emotionaler Intensität und innerem Feuer)
  • Süß - Angst vor der Sehnsucht nach körperlicher Zärtlichkeit (Mangel an körperlicher Zärtlichkeit) => Selbstversuch: Sobald mich jemand in den Arm nimmt oder zärtlich streichelt, ist die Sehnsucht nach Süßem erstmal weg - auf Dauer hilft es natürlich nicht, weil die Angst deswegen nicht verschwindet
  • Sauer - Angst vor der Sehnsucht nach Rückzug oder "alleine sein wollen" (Mangel an körperlicher Geborgenheit)
  • Salzig - Angst vor der Sehnsucht nach Reinigung/Loslassen von negativen Energien (Mangel an Loslassen)
  • Bitter, herb - Angst vor der Sehnsucht nach Kindlichkeit (Mangel an Kindlichkeit)
  • Würzig - Angst vor der Sehnsucht nach vielfältigen Gefühlen (Mangel an Gefühlsvielfalt)
  • Milchig - Angst vor der Sehnsucht nach echter Mütterlichkeit (Mangel an Mütterlichkeit)
  • Kohlehydrate (Reis, Kartoffel, Nudel, Brot - Beilagen) - Angst vor der Sehnsucht nach Leichtigkeit (Mangel an Vertrauen und Leichtigkeit)
  • Fleisch - Angst vor der Sehnsucht nach körperlicher Lust (Mangel an körperlicher Lust)

All dies sind natürlich nur Beispiele, da es unendlich viele Arten der Kompensation gibt und es sind nur Hinweise, auf gar keinen Fall die Lösung. Die Zusammenhänge betreffen mich persönlich, also mein eigenes Leben und gelten nicht pauschal, sie dienen als Hilfe, die eigene Kompensation leichter zu finden, die natürlich immer eine ganz konkrete und individuelle Geschichte verbirgt.

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Fehlverhalten beim Essen

Fehlverhalten beim Essen, bzw. auch im Umgang mit unserem Körper, entsteht immer dadurch, dass wir uns, d.h. unseren Körper und die Gefühle, die wir durch ihn bekommen, nicht aushalten. Wenn ich z.B. Angst habe zu verhungern, habe ich Angst das Gefühl von Hunger zu fühlen, weil...? Warum diese Angst in mir ist, frage ich ja nicht, weshalb ich werde die Prägungen meiner Vergangenheit noch meinen eigenen Ursprung verstehe.

Deshalb versuche ich entweder soviel bzw. sooft wie möglich zu essen, damit ich ja keinen Hunger fühlen muss, oder ich zwinge mich dazu, den Hunger überhaupt nicht mehr zu fühlen, indem ich Hungergefühle generell wegschiebe. Doch genau dies sind die typischen Fehlverhalten im Umgang mit unserem Körper.

Richtig wäre es, zu fragen, warum ich Angst habe, Hunger zu bekommen. Es hat einen Grund, den ich ja erst einmal herausfinden muss. Doch wie soll ich ihn herausfinden, wenn ich erst gar nicht den Mut habe, danach zu fragen bzw. die Angst gar nicht fühlen will.

Solange wir die Angst nicht lernen anzunehmen, d.h. solange wir sie nicht als Wegweiser verstehen, ja, als Wegweiser in unsere Vergangenheit, werden wir die Ursache für die Angst weder verstehen noch lösen können.

Angst ist zwar ein unangenehmes Gefühl, doch hat sie auch immer einen Grund! Es hilft auch nichts sie zu verdrängen. Versuchen wir z.B. uns beim Essen zu disziplinieren (d.h. die Angst vor dem Hungergefühl zu ignorieren) und nehmen dadurch ein paar Kilo ab, so werden wir sie beim nächsten Schwächeanfall meist sogar doppelt wieder zunehmen. Warum das so ist, ist eigentlich klar: Wir haben die Angst lediglich verdrängt und nicht gelöst, somit wurde sie immer größer. Viel mehr Angst zu haben bedeutet, dass ich noch viel mehr tun muss, um sie nicht zu fühlen, entweder noch viel disziplinierter werden bzw. bleiben, oder ich muss einfach noch viel mehr essen (zunehmen) als vorher.

Angst ist natürlich nicht das einzige unangenehme Gefühl, das wir über unseren Körper fühlen, es gibt auch Schmerz, Wut, Schuldgefühle..., die wir durch Essen kompensieren oder abwehren. Entscheidend ist, dass wir sie nicht fühlen und somit auch nicht mit ihnen umgehen wollen.

Da es also weder um viel oder wenig Essen geht, sondern vielmehr um die Bereitschaft, mit unangenehmen Gefühlen umzugehen und den "Umgang" mit meinem Körper zu verändern, ist die ganze Thematik ums Essen und Abnehmen eigentlich genau die falsche Ebene. Es geht also letztlich nicht darum was oder wie viel ich esse, sondern warum und wie ich esse bzw. welche Gefühle dahinterstecken!!!


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