Thema Nr. 2: Abnehmen oder wie wir unserem Körper Gewalt antun...

Abnehmen oder wie wir unserem Körper Gewalt antun..

Wenn mein Körper zu viel Energie gespeichert hat, dann bedeutet das, dass er die Information in sich trägt, Energie zu speichern. Es bedeutet, dass ich die Energie in meinem Körper nicht körperlich umsetze. Doch warum und wie behebe ich dieses Problem?

  • Einerseits bräuchte es zur Lösung des Problems wieder die Erlaubnis, Energie körperlich umzusetzen,
  • und andererseits muss ich den ursprünglichen Grund für die mangelnde Energieumsetzung bearbeiten bzw. lösen!

Die Erlaubnis meinem Körper zu geben, die vorhandene Energie wieder umzusetzen, bedeutet innezuhalten, also darauf zu warten, dass ein Impuls von meinem Körper kommt. Diese Impulse muss ich dann lernen umzusetzen... Das bedeutet, meine Aufmerksamkeit auf bzw. in meinen Körper zu lenken, um zu fühlen, was er denn gerade braucht oder was er wirklich will. Essen, Trinken, der Gang zur Toilette, Schlafen, Bewegung... alles natürliche Bedürfnisse des Körpers, die jedoch leider so sehr in die Zwänge und Vorstellungen einer gut funktionierenden Gesellschaft hineingezwungen wurden, dass sie erstmal für die meisten nur störend empfunden werden. Aber meinen Körper zu unterstützen bedeutet auch genau da anzusetzen, also wieder zu lernen, auf meinen körperlichen Bedürfnissen nachzugeben.

Den Grund für die mangelnde Energieumsetzung zu finden ist nicht sehr schwierig, aber leider dennoch sehr unangenehm: Es ist die Ohnmacht, d.h. eine in meinen Körper verdrängte Angst, nicht fähig genug zu sein, etwas sowieso nicht zu können, es einfach nicht zu schaffen, etwas falsch gemacht zu haben...

Um dieses Gefühl der Ohnmacht (also der Angst etwas nicht zu schaffen und nicht genügend Energie zu haben) zu umgehen, führen wir unserem Körper ständig neue Energie (Essen) zu! Über das Essen versuchen wir also das Gefühl von körperlicher Befriedigung, körperlicher Kraft, körperlichem Wohlfühlzustand usw. zu erreichen. Doch da das Gefühl von Ohnmacht immer noch da ist und nur verdrängt wurde, wird die nächste Begegnung mit ihr immer noch schlimmer. Und sie manifestiert sich im Körper in Form von eingesperrter bzw. unterdrückter Energie (z.B. Fett). Diese Energiereserven sind natürlich umhüllt von der Angst, etwas falsch machen zu können und diese verhindert somit, dass ich meiner eigenen Kraft begegne und meine Energiereserven nutze. Im Prinzip könnte man Übergewicht wie ein Energiereservedepot sehen, auf dem geschrieben steht: "Versuch es erst gar nicht, du schaffst es sowieso nicht!" Fettsucht könnte man also wie eine Sucht verstehen, möglichst viele Energiereserven anzusammeln, damit ich vielleicht irgendwann so viele Energiereserven habe, dass ich stärker bin, als die Ohnmacht oder als der Glaube an die eigene Unfähigkeit. Dass das natürlich nie der Fall sein wird, ist vielleicht jedem klar, da mit jedem Kilo mehr auch die Ohnmacht mehr wird...

Achtung Disziplin! Natürlich sind Menschen, die keine Fettpolster haben, deswegen nicht unbedingt lustvoller oder kraftvoller, bzw. nur äußerlich, denn durch Disziplin lässt sich diese Ohnmacht genauso gut unterdrücken bzw. ist es eher ein gewaltsames Wegschieben. Dennoch manifestiert sich diese Ohnmacht in Form von anderen Blockaden oder körperlichen Beschwerden. Natürlich "funktioniert" Abhärtung, doch tu ich damit meinem Körper absichtlich Gewalt an. Durch Disziplin lassen sich viele Probleme sehr leicht wegschieben, egal ob in den Körper, zu seinem Partner, zu seinen Kindern oder zu einem anderen Menschen. Meist leben in der Umgebung eines disziplinierten Menschen auch sehr undisziplinierte Menschen, weil das eben zu diesem "Wegschiebespiel" dazugehört. Gibt es niemanden, dem ich sie zuschieben kann, manifestieren sie sich (meist dann, wenn ich körperlich einmal nicht so konsequent bin) in Form von anderen körperlichen Blockaden.

Die undisziplinierten Menschen weigern sich, sich den Zwängen einer Disziplin unterzuordnen und leben im Trotz bzw. im Kampf gegen die Disziplin. Haben zwei Menschen (Partner, Kinder...) diese Rollen unter sich aufgeteilt, sind sie beide eingesperrt und im Kampf, für oder gegen die Disziplin... Hinter der Disziplin steckt also die gleiche Weigerung, der Angst vor dem Versagen zu begegnen und ist einfach die gewaltsame Kompensation davon.

Auf diese Weise abzunehmen, dass ich einerseits auf Impulse meines eigenen Körpers achte und andererseits der Ohnmacht in mir begegne, um sie zu lösen, ist sicherlich ungewöhnlich. Dennoch, so verrückt es klingen mag, so logisch ist es dann auch wieder:

Warum lebe ich nicht in meinem eigenen körperlichen Rhythmus? Jeder Mensch hat einen eigenen Instinkt, also eine Instanz in seinem Körper, die ihm helfen kann, das Richtige für seinen Körper zu tun oder zu lassen. Diesen Instinkt muss jeder erst einmal wieder entwickeln lernen. Meinen körperlichen Instinkt fühle ich in der Regel nicht und das hat nur einen Grund: Die Ohnmacht - also das Gefühl von Angst vor dem, was ich tun oder anstellen könnte, was ich falsch machen könnte, dass ich vielleicht nicht schnell genug sein könnte... Natürlich fühle ich diese Angst nur selten, weil ich sie ja gut verdrängt habe. Dennoch existiert sie in meinem Körper und ich fühle sie dann wieder, wenn ich gezwungen werde, mich mit meinem Körper zu beschäftigen, weil er nicht mehr kann, nicht mehr funktioniert oder weil ich mich in ihm nicht mehr wohl fühle.

Durch fast jede Form von Krankheit werde ich gezwungen, mich zurückzuziehen und mich mit meinem Körper zu beschäftigen. Natürlich ist das noch nicht so, wenn ich nur ein paar oder auch ein paar mehr Pfunde auf meinen Hüften habe. Doch wäre es spannend einmal auszuprobieren, was passiert, wenn ich mich einfach zu Hause mal eine halbe Stunde gemütlich alleine hinsetze und nur auf meinen Körper horche, was er denn jetzt gerade braucht oder tun will - einfach, um es zu üben. In dieser halben Stunde versuche ich dann einfach einmal, jedem Impuls meines Körpers zu folgen.... Was dabei rauskommt? Selbstverantwortung! Ja, die Verantwortung für meinen Körper wird größer bzw. für den liebevollen Umgang mit ihm. Und es ist wohl kaum liebevoll, wenn ich mich nie um ihn kümmere, genauso wenig, wenn ich ihn disziplinarisch über den Asphalt jage.

Es geht nicht darum, den inneren Schweinehund zu überwinden, sondern ihn "kennen zu lernen", ihn wirklich zu überzeugen oder zu heilen. Außerdem hat jedes Gefühl der Ohnmacht oder Lustlosigkeit ihren Grund, den ich auch erst einmal herausfinden muss. Wenn ich diesen Grund verstehe, kann ich endlich einmal die Ursache meiner mangelnden Energieumsetzung in meinem Körper bearbeiten und behandle nicht immer nur die Symptome (z.B. weniger Essen, mehr bewegen). Wer hat schon darauf Lust, weniger zu essen und sich zugleich mehr zu bewegen? Doch genau in dieser Frage liegt die Lösung: Worauf hab ich den wirklich Lust? Gebe ich mir selbst die Erlaubnis, das zu tun, was mir wirklich Spaß macht?

Ich selbst habe schon viele körperliche Veränderungen erlebt. Dennoch wurde beim Abnehmen mein Körper in der Regel ausgetrickst. Dieses Austricksen funktioniert aber nur eine bestimmte Zeit lang, weshalb ich natürlich danach (wenn ich nicht die Ausdauer habe das begonnene Konzept ein Leben lang disziplinarisch durchzuziehen) wieder zunehme. Der Jojo - Effekt ist ja gut bekannt und ich habe ihn bei mehreren Freunden selbst miterlebt. Es ist irgendwie logisch, weil ich ja eigentlich durch Diäten oder körperliche Trainingsmaßnahmen meinem Körper Gewalt antue! So positiv wie das auch manchmal nach dem ersten Erfolg aussehen mag, die Ohnmacht ist in keinster Weise verschwunden, nur momentan etwas weiter verdrängt. Das schlechte Gewissen wird etwas weiter weg geschoben, weil ich mir selbst die Erlaubnis gebe, mich jetzt gut oder wenigstens besser fühlen zu dürfen. Umso schlechter geht es mir jedoch meist, wenn dann die Pfunde wieder mehr werden: Enttäuschung, Verzweiflung, Resignation und letztlich wieder diese Ohnmacht.

Und wer hat schon Lust, ein Leben lang nach Diäten zu leben oder für alle Zeit trainieren zu müssen? Also werde ich wohl immer wieder der Ohnmacht begegnen...

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Warum nimmt man meist erst mit dem Alter zu?

Faszinierend ist doch, dass ich zu einem Zeitpunkt am meisten abgenommen habe, als ich eine Beziehung beendete, eine neue Beziehung begann und mein erstes Heilerseminar abhielt. Das war für mich wirklich pure Lebenslust, die in mir erblühte! Es war so viel Energie in mir und auch der Wille sie umzusetzen, sie zu leben und "Essen" war für eine Zeit lang absolute Nebensache. Kennen sie das vielleicht auch, kaum befinden sie sich im Glückstaumel oder in einer neuen Verliebtheit wieder, wird das Essen unwichtig. Doch warum nur?

Ich glaube heute, dass ich damals diesen Schub genutzt habe, um mich ein großes Stück zu befreien und meinen Impulsen noch viel mehr zu folgen. Dennoch war deshalb die Ohnmacht nicht verschwunden, nur erstmal nicht fühlbar. Es ging mir einfach zu gut! Gefühlt hab ich sie dann wieder, als ich meine Bandscheiben- und Ischiasprobleme bekam und ca. 9 Monate lang mich mit Schmerzen herumquälte. Am Ende dieser neun Monate hab ich mein erstes "Inneres Kind Seminar" gemacht und dabei durfte ich zusammen mit meinem Geistführer diesen Schmerz lösen. Er löste sich in dem Moment, als ich begann, viele alte Ängste und Ohnmacht aus meiner Kindheit zu fühlen. Wie erlösend waren diese Ängste im Gegensatz zu den körperlichen Schmerzen...

Seit damals hab ich auch wieder zugenommen und habe erkannt, dass eben doch noch ganz schön viel Ohnmacht immer wieder in meinem Körper ist bzw. heraus will. Und immer noch nehme ich mir Zeit innezuhalten, um auf die Impulse meines Körpers zu warten und meinen körperlichen Instinkt mehr und mehr zu entwickeln oder ich begegne wieder einmal der Ohnmacht, um mich von ihr zu befreien.

Nun ich habe verstanden, dass das Gegenstück zur Ohnmacht die Lust ist, die körperliche Lust. Und ich spreche hierbei nicht von Sex bzw. nicht von Sex den ich mit einem anderen Menschen lebe, sondern von purer Lebenslust in meinem Körper. Diese Lebenslust ist als Jugendlicher noch sehr groß, weshalb ich mit meinem Körper noch nicht so achtsam umgehen muss und ihn benutzen kann. Schwindet diese Lebenslust in mir, was häufig auch mit dem älter werden einhergeht, verschwindet auch die Kraft, die Ohnmacht weg zu schieben oder zu kompensieren und manifestiert sich somit leichter in meinem Körper. Das erklärt auch die Tatsache, dass ich in der Begegnung meiner Ohnmacht sehr oft in irgendwelchen Kindheitsthemen lande, die ich damals eben mit all meiner Kraft weggeschoben habe.

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Abnehmen und Atmen

Faszinierend ist auch folgende Erkenntnis, die ich über meinen Körper dabei gemacht habe. Generell ist bei Umsetzung von Energie im Körper Sauerstoff beteiligt. Das bedeutet, dass bei der Umsetzung von Bewegung, also der Willenskraft in Muskelkraft, der Atem eine wichtige Rolle spielt. Und es geht nicht darum wie viel oder wie stark ich atme, sondern, ob mein Atem mit meiner Bewegung übereinstimmt. Das bedeutet: Viel Bewegung viel Atem, wenig Bewegung, wenig Atmen. Nur dann setze ich wirklich die Energie um, die ich in meinem Körper zur Verfügung habe. Das Ganze nenne ich: In Resonanz mit dem Körper gehen! Es ist ein spirituelles Phänomen und es hat mit Lust oder Ekstase zu tun. Tatsächlich gehe ich (egal ob Sportler oder nicht) so gut wie nie in Resonanz mit meinem Körper, d.h. ich atme immer schneller oder langsamer, als mein Körper sich bewegt. Natürlich kann man das auch umgekehrt sehen, dass ich mich also immer schneller oder langsamer bewege, als ich atme. Das fällt mir natürlich nicht auf, da ich ja so gut wie nie auf meinen Atem achte - höchstens, wenn er mir gerade ausgeht...

Resonanz, man könnte auch sagen ein angenehmes oder lustvolles Empfinden, entsteht also im Körper, wenn Atem und Bewegung übereinstimmen. Diese Übereinstimmung lässt sich natürlich nicht durch irgendeinen Wert oder durch eine Skala pauschalisieren. Diese Übereinstimmung muss jeder selbst herausfinden, was aber meiner Erfahrung nach nicht so schwierig ist, wie es vielleicht klingt. Die Aufmerksamkeit auf seinen Atem zu lenken ist vielleicht ungewohnt, aber dennoch erlernbar.

Faszinierend ist, dass ich diese Übereinstimmung dennoch täglich erlebe: Im Schlaf! Ja, im Schlaf ist mein Atem genauso wie mein Körper sich bewegt: ruhig, entspannt - nun, zumindest meistens. Natürlich gibt es auch viele, die leider auch im Schlaf nicht mehr natürlich atmen bzw. verkürzt es sich bei vielen dann auf die Tiefschlafphase. Dieses Phänomen ist jedoch auch der Grund dafür, dass alle Menschen Schlaf brauchen, weil sonst die Regeneration im Körper nicht mehr stattfinden würde und wir unseren Körper vollkommen überfordern würden. Wir würden tatsächlich unsere Energie "verbrauchen". Gehen wir wieder in Übereinstimmung, regenerieren wir wieder.

Am leichtesten kommen wir in die Übereinstimmung durch Meditation. Was ich unter Meditation verstehe, hat allerdings nichts mit "Technik" zu tun, sondern eher mit einer Form des sanften Innehaltens, ähnlich wie bewusst zu schlafen und dennoch innerlich wach zu sein. Meditation ist für viele noch etwas "Schwieriges" oder hat mit viel Technik oder sogar mit Disziplin zu tun. Dennoch ist für mich Meditation nichts von alledem.

Z.B. mit meinem Körper zu meditieren, bedeutet mit der Aufmerksamkeit bei meinem Körper zu bleiben und dabei bewusst zu atmen. Diese Art der Meditation hat zwei Ziele:

  • Erstens, auf Impulse zu warten, um meinen Instinkt, also das Gefühl für meinen Körper wieder zu entwickeln,
  • und zweitens, der Ohnmacht und Lustlosigkeit zu begegnen, um sie zu fühlen, zu begreifen und loslassen zu lernen.

Das Verständnis von bzw. der Umgang mit Ohnmacht und Disziplin ist ein wichtiger Bestandteil in meiner spirituellen Arbeit (Lebensschule Teil III) geworden, genauso wie Meditation einer der wichtigsten Anteile in allen meinen Seminaren, genauso wie in meinem Alltag geworden ist.


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